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Schwimmende Solarparks: Asien als Vorreiter im Ausbau erneuerbarer Energien
29.11.2021

Schwimmende Solarparks: Asien als Vorreiter im Ausbau erneuerbarer Energien

Die Standortfrage um Wind- und Solarparks ist nicht nur in vielen Teilen Europas ein Problem. Singapur sucht nun einen Ausweg und hat auf einer Fläche von rund einer halben Million Quadratkilometern eine Anlage eröffnet, die aus 122.000 Solarmodulen besteht, die aneinandergereiht in einem Wasserspeicher schwimmen. Während Premierminister Lee Hsien Loong die Eröffnung des Projekts feiert, arbeitet man in den Nachbarländern ebenfalls fleißig an ähnlichen schwimmenden Projekten. Als besonders begehrt gelten Stauseen an Wasserkraftwerken. Da die Infrastruktur für eine Einspeisung ins Stromnetz dort ohnehin vorhanden ist und die Solarzellen zudem die Verdunstung des Wassers eindämmen, ist ein solcher Standort ideal. Auch die Zahlen sprechen für sich: durch eine Nachrüstung der Wasserkraftanlagen mit Solarzellen, könnten jährlich über 10.000 Terawattstunden Strom geliefert werden, berechnete das amerikanische Forschungslabor NREL. Dies wäre fast die Hälfte des globalen Elektrizitätsbedarfs. 

Indonesien geht mit gutem Beispiel voran

Indonesien ist als weltweit größter Kohleexporteur auf einen Wandel angewiesen und zeigt nun ebenfalls große Ambitionen beim Bau von Solaranlagen. Das Unternehmen Sunseap sieht in der neuen Technologie eine große Chance für die Metropolen Südostasiens. Landknappheit stellt dort ein enormes Problem dar, sodass mittels schwimmender Solarsysteme Zugang zu erneuerbaren Energien ermöglicht werden könnte. Auf dem indonesischen Duriangkang-Stausee auf der Insel Batam entsteht aktuell ein riesiges Areal auf 16 Millionen Quadratkilometern. 2024 soll es fertig gestellt sein, über eine Leistung von 2,2 Gigawatt verfügen und künftig 1,8 Millionen Tonnen CO₂ einsparen können.

Bislang standen schwimmende Solar-Projekte meist wegen ihres Kostenfaktors in der Kritik. Da die Energieausbeute der Wasserprojekte gegenüber Landprojekten jedoch auf lange Sicht höher sei, würden die hohen Installationskosten am Ende ausgeglichen, so Christine Beadle, Solarexpertin bei IHS Markit. Bei Wasserkraftwerken ergibt sich ein weiterer Vorteil: Während die Sonne tagsüber Energie liefert, kann nachts das Wasser arbeiten, sodass fortlaufend Energie produziert wird. 

Blick in die Zukunft

Asien bleibt beim Ausbau schwimmender Solaranlagen noch immer Vorreiter. Der ohnehin schon hohe Marktanteil des Kontinents soll Prognosen von Forscher*innen zufolge in den kommenden Jahren auf 87 % ansteigen. Erste Schritte für ähnliche Projekte sind aber auch hierzulande zu beobachten. So kündigte der Konzern RWE im Juli 2021 ein Forschungsprojekt an, das auf drei Jahre angelegt sei und für das zeitnah Praxistests der schwimmenden Anlagen durchgeführt werden sollen.


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Quelle: Handelsblatt, Mathias Peer, 08.09.2021
Bild: Tom Wang auf Shutterstock