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Strom aus Wasserstoff im Fokus
23.08.2019

Strom aus Wasserstoff im Fokus

 „Gasförmige Energieträger sind fester und langfristiger Bestandteil der Energiewende“, heißt es in dem Ministeriumspapier. Strombasierte Gase wie Wasserstoff würden Erdgas „kontinuierlich substituieren, insbesondere nach 2030“. Sie „sollten kurz- bis mittelfristig insbesondere aus industriepolitischen Gründen auch inländisch produziert werden“. Langfristig würden sie „zur Substitution von fossilen Gasen zur weitreichenden Dekarbonisierung benötigt“, steht in dem Papier weiter.

Für weite Teile der Wirtschaft sind Wasserstoff und synthetisches Gas von essenzieller Bedeutung. Werden sie klimaneutral hergestellt, können sie die Basis für starke CO2-Reduktionen in der Stahl- oder Chemieindustrie bilden. Auch in den Sektoren Verkehr und Gebäude können sie entscheidende Beiträge zur CO2-Reduktion leisten.

Voraussetzung ist allerdings, dass klimaneutraler Wasserstoff und weitere Gase, etwa Methan, überhaupt in nennenswerter Größenordnung hergestellt werden können. Im Kern geht es darum, mittels Strom aus erneuerbaren Quellen auf dem Weg der Elektrolyse Wasserstoff herzustellen. Dieser Wasserstoff ist dann klimaneutral. Er kann direkt eingesetzt werden, etwa in der Industrie oder für den Betrieb von Brennstoffzellen. Es entstehen klimaneutrale Brennstoffe, die leicht speicherbar sind und auch dort eingesetzt werden können, wo eine direkte Stromanwendung ausscheidet, etwa im Schwerlast-, Schiffs- oder Flugverkehr.

Außerdem kann die bereits vorhandene Gasinfrastruktur weiter genutzt werden. Aus Sicht der Gasbranche ist das ein riesiger Vorteil. Auch diesem Thema widmet sich das Papier aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Darin heißt es, die Weiternutzung der Gasnetze sei „für eine erfolgreiche Energiewende notwendig." 

Die Branche drängt. So fordert die Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas (FNB Gas) eine Quote zur Beimischung CO2-neutraler Gase. Damit, so die Argumentation, könnte der Markthochlauf der erforderlichen Technologien, also der Weg vom Pilotprojekt zum großtechnischen Einsatz, deutlich erleichtert werden. Die industriepolitischen Effekte eines Markthochlaufs wären enorm. Eine Studie von Frontier Economics und dem IW Köln sieht Wertschöpfungseffekte eines Markthochlaufs in Höhe von 27 Milliarden Euro sowie die Chance zur Schaffung von 350.000 Arbeitsplätzen allein durch die Produktion von Elektrolyseuren. Unternehmen wie Siemens oder Linde haben dort bereits eine starke Position.

Die Nutzung erneuerbaren Stroms für die Herstellung von Brennstoff galt aufgrund der hohen Umwandlungsverluste bisher als Ressourcenverschwendung. Mittlerweile hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass etwa in der Industrie und im Verkehrssektor, synthetische Brennstoffe alternativlos sind. Mitte Juli hatte Kanzlerin Angela Merkel bei ihrem Besuch im Wasserstoff-Innovationszentrum des Siemens-Konzerns in Görlitz die Bedeutung des Zukunftsthemas betont. Die Branche schöpft Hoffnung. „Wir beobachten, dass sich die Bundesregierung bei den Themen Wasserstoff und synthetische Gase deutlich bewegt hat. Es scheint sich die Erkenntnis durchgesetzt zu haben, dass die „all electric society“ Wunschdenken bleiben wird“, sagte Timm Kehler, Chef des Branchenverbandes „Zukunft Erdgas“, dem Handelsblatt. Die Technologien zu Energiespeichern werden immer günstiger - für die Energiewende ist das elementar.

Auch andere Unternehmen, z.B. Siemens und Linde, sehen die Dringlichkeit des Umdenkens. So haben Hyundai und das Schweizer Unternehmen H2 Energy (H2E) einen Vertrag unterzeichnet, um ein Joint Venture namens Hyundai Hydrogen Mobility zu gründen. Dessen erstes Ziel ist es, mit Brennstoffzellen-Lkw das europäische Ökosystem der Wasserstoffmobilität zu erschließen.

Das Gemeinschaftsunternehmen von Hyundai und H2E hat zur Aufgabe, dann auch schnellstmöglich seine Marktpräsenz im europäischen Ausland auszubauen. Dies soll über eine Vertriebs-Tochtergesellschaft des Joint Ventures erfolgen, die zunächst Wasserstoff in der Schweiz produziert und liefert, aber bereits mit der Aussicht auf den Eintritt in weitere europäische Länder aufgebaut wird. „Mit der heutigen Vereinbarung wird Hyundai Motor seine Geschäftstätigkeit in den Wasserstoff-Ökosystemen in der Schweiz und darüber hinaus verstärken“, unterstreicht In Cheol Lee, Executive Vice President und Leiter der Nutzfahrzeugdivision bei Hyundai Motor. Das Schweizer Projekt werde ein erster Schritt sein, um mit den eigenen Brennstoffzellen-Lkw in den größeren europäischen Markt einzusteigen. Zu einem späteren Zeitpunkt plant Hyundai, sein BZ-Nutzfahrzeuggeschäft auch in anderen Regionen der Welt einzuführen – etwa in den USA und im Heimatmarkt Korea.

Quellen: Handelsblatt Online, 31.07.2019, Klaus Stratmann; electrive.net, 27.07.2019, Daniel Bönnighausen

Bild: Shutterstock