Battery-Kutter - Ihr Partner für mobile Energie!

  • Warenkorb: 0 Artikel

Rufen Sie uns an: 040 / 6116310

Battery-Kutter News

Deutsche Elektro-Autobahnen für Lkws
19.05.2019

Deutsche Elektro-Autobahnen für Lkws

In Südhessen testen bei dem Pilotprojekt „Elisa“ (elektrifizierter, innovativer Schwerverkehr auf Autobahnen) bis 2022 mindestens 5 Speditionsunternehmen auf einer Länge von 5km, auf der viel befahrenen A5, den elektrischen Güterverkehr. Das Elektrosystem erlaubt den Einsatz unterschiedlicher Antriebskonzepte, z.B. rein elektrische, Hybridfahrzeuge mit Diesel, Bio-Diesel, Gas, Batterien oder Brennstoffzellen. Getestet wird, ob sich das System als klima-, und lärmschonend beim Gütertransport erweist.

Das Prinzip ist einfach erklärt: Sensoren im Dach des Lkw erkennen, wenn sich über dem Fahrzeug eine Oberleitung befindet. Ist dies der Fall, können die ins Dach des Führerhauses eingebauten Abnehmer ausgefahren werden, welche den Strom zum Elektromotor und zu den Akkus des Lkw leiten. Über die Trassen kann Strom getankt und die Batterien aufgetankt werden. Im Anschluss daran kann der Lkw wieder im Batteriebetrieb weiterfahren. Sind die Akkus leer, übernimmt der Hybridmotor mit Diesel den Antrieb. Dieses System ist auch bei Zügen im Einsatz. Mit dem Unterschied, dass im Falle eines Überholmanövers des Lkw oder bei Ende der Oberleitung, der Akku oder der herkömmliche Verbrennungsmotor einspringt. Die mit Hybridtechnik ausgestatteten Lastwagen können sowohl elektrisch als auch mit Diesel fahren. Unklar ist noch, wie weit man mit den aufgeladenen Akkus kommt, das hängt unter anderem auch vom Gewicht des Fahrzeugs ab. Momentan liegt die Reichweite eines Lastwagens bei nur 10km. Man plant, diese auf mindestens 60km zu erweitern.

Erste Strecken gibt es bereits auch in der USA und in Schweden. Auch in Norditalien gibt es bereits Planungen für einen eHighway. „Klar muss man das System europaweit denken“, sagte Projektleiter Achim Reußwig von der Verkehrsbehörde Hessen.

Der Güterverkehr wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen“, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin, Rita Schwarzelühr-Sutter. Der Ausstoß von Treibhausgasen habe sich aber seit 1990 nicht gesenkt. „Es ist genau richtig, diese Technik hier auszuprobieren“, sagte der Staatssekretär im hessischen Verkehrsministerium, Jens Deutschendorf, über den Abschnitt auf der A5. Von mehr als insgesamt 130.000 Fahrzeugen pro Tag sind über 10 Prozent Lastwagen. „Wenn das Oberleitungssystem hier funktioniert, dann funktioniert es überall.“

„Wir müssen in innovative Lösungen investieren“, so Rita Schwarzelühr-Sutter, bei der Inbetriebnahme der Strecke. Das Bundesumweltministerium hat die fünf Kilometer lange Teststrecke mit knapp 14,6 Millionen Euro finanziert. Zudem fließen bis 2022 weitere rund 15 Millionen Euro in Datensammlungen und Auswertungen. Sollte sich das Elektrosystem als tauglich erweisen, würden ca. 1.000km Autobahnstrecken-Umrüstung betroffen sein. Kosten: fast 1 Milliarde Euro.

Unklar ist noch die Zahlungsweise für den abgezapften Strom. Während der Projektphase zahlt dies das Bundesumweltministerium. Leider bedeuten die Neuanschaffungen oder Umrüstungen auf Diesel-Hybrid-Fahrzeuge auch Belastungen von 150 bis 175 Prozent mehr von dem, was ein herkömmlicher Lkw kostet, wie Thiemo Freyer vom Fahrzeughersteller Scania erläutert, der die Prototypen gebaut hat. „Die Technologie ist nicht im Handel, aber marktreif.“
Höhere Fahrzeugkosten müssten mit geringeren Energieausgaben kompensiert werden. „In Zukunft wird CO² einen Preis haben müssen“ sagte Julius Jöhrens vom Forschungsinstitut ifeu in Heidelberg, das Elisa begleitet.

Zwei weitere Teststrecken sollen in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg entstehen. Der Ausbau der elektronischen Oberleitung auf der Autobahn 1, zwischen Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck, für je fünf Kilometer pro Richtung, hat bereits begonnen. In Baden-Württemberg will man die Technik auf der Bundesstraße 462 (zwischen Rastatt und Rottweil) auf einer Strecke von rund sechs Kilometern in beide Fahrtrichtungen testen.

Quelle: Wirtschaftswoche Online, 07./08.05.2019

Bild: Welt Online