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Bundeskabinett beschließt Verordnung zur Zulassung von E-Tretrollern
09.04.2019

Bundeskabinett beschließt Verordnung zur Zulassung von E-Tretrollern

Das Bundeskabinett hat eine Verordnung zur Zulassung von Tretrollern mit Elektromotor in Deutschland beschlossen. Es muss nun noch der Bundesrat zustimmen. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sieht in den E-Tretrollern ein großes Potenzial für umweltfreundliche Mobilität.

Mit Battery-Kutters Beteiligung am E-Roller-Unternehmen Floatility sehen wir diesem neuen Schritt sehr positiv entgegen. Der E-Floater von Floatility ist mit einem Akku von Battery-Kutter ausgerüstet und soll eine zeitgemäße und umweltfreundliche Lösung für kurze Wege im Stadtverkehr bieten.

Dies sind die wichtigsten Fragen und Antworten zur Zulassung von Tretrollern mit Elektromotor:

Welche Roller fallen unter diese neue Regelung?

Konkret geht es um "Elektrokleinstfahrzeuge", die zwischen 6 und 20 Kilometer pro Stunde schnell sind und eine Lenk- oder Haltestange besitzen. Die Fahrzeugabmessungen sind festgelegt auf maximal 70 Zentimeter Breite, 1,40 Meter Höhe und zwei Meter Länge. Das Maximalgewicht ohne Fahrer liegt bei 55 Kilogramm.

Wo dürfen sie fahren?

Hier wird nach möglicher Geschwindigkeit des E-Tretrollers unterschieden. E-Scooter von 12 bis 20 Kilometer pro Stunde dürfen laut Verordnung auf Radwegen oder Radfahrstreifen fahren. Nur wenn diese fehlen, darf die Fahrbahn genutzt werden. Langsamere Roller, die nur bis zu zwölf Kilometer pro Stunde erreichen, müssen auf Gehwegen und gemeinsamen Geh- und Radwegen unterwegs sein. Gibt es diese nicht, dürfen sie auf die Fahrbahn ausweichen, allerdings nur innerorts.

Welche Personen dürfen einen E-Scooter benutzen?

E-Roller, die maximal zwölf km/h fahren können, sind schon für Jugendliche ab zwölf Jahren erlaubt – Scooter, die eine höhere Geschwindigkeit erreichen, ab dem vollendeten 14. Lebensjahr. Eine Mofa-Prüfbescheinigung oder eine Helmpflicht ist nicht vorgesehen. Eine Haftpflichtversicherung samt Versicherungsaufkleber mit Anti-Fälschungs-Hologramm ist hinten am Fahrzeug vorgeschrieben. Wenn die Geräte zusammengeklappt sind, dürfen sie auch in Bussen und Bahnen mittransportiert werden.

Welche Anforderungen müssen die Roller unbedingt erfüllen?

Zwei unabhängig voneinander wirkende Bremsen sowie eine Beleuchtung, die auch abnehmbar sein kann, sind zwingend vorgeschrieben. Ebenfalls Pflicht sind seitliche Reflektoren und mindestens eine "helltönende Glocke". Steuer-Elemente für den Motor wie Drehgriffe oder Knöpfe müssen innerhalb einer Sekunde automatisch in Nullstellung zurückspringen, wenn man sie loslässt. Die Standflächen sollten rutschfest sein. Anhänger sind nicht erlaubt.

Welche Regeln gelten darüber hinaus?

E-Kleinstfahrzeuge müssen einzeln hintereinander fahren. Es ist nicht erlaubt, dass die Fahrer sich an andere Fahrzeuge anhängen oder freihändig fahren. Auf mehrspurigen Fahrbahnen sollte möglichst weit rechts gefahren werden. Fußgänger haben auf Gehwegen eindeutig Vorrang und dürfen "weder behindert noch gefährdet" werden. Dort und in Fußgängerzonen ist nur Schritt-Tempo erlaubt. Auf Radwegen müssen schnellere Radler "ohne Behinderung" vorbeigelassen werden, wenn sie überholen möchten. An der Ampel gelten für E-Gefährte, die langsamer als 12 km/h sind, die Fußgängerzeichen. Generell werden sie nicht geparkt, sondern abgestellt wie auch Fahrräder.

Welche Erfahrungen gibt es aus anderen Ländern?

In den USA sind E-Scooter schon länger gängig, genauso wie in mehreren europäischen Ländern. Firmen wie Bird, Lime oder Spin bieten die Tretroller zum Leihen an, was auch schon für Ärger gesorgt hat. 2018 hatten die Anbieter Tausende Kickscooter in San Francisco verteilt - über Nacht und ohne Erlaubnis der Behörden. Die Scooter-Welle schwappte in weitere US-Städte, schließlich waren die Roller überall präsent, verstellten Eingänge und Gehwege, und wurden so zu gefährlichen Stolperfallen und Ursache für Zusammenstöße. Weil sich Unfälle mit den E-Scootern häufen - auch schwere und solche mit Todesfolge - haben Krankenhäuser in Kalifornien auch begonnen, Daten hierüber zu erheben. Auch Anwälte und Großkanzleien spezialisieren sich mittlerweile auf Scooter-Unfälle.

Was kostet ein E-Scooter?

Weil die Elektro-Tretroller in vielen anderen Ländern bereits zugelassen sind, gibt es schon verschiedene Anbieter auf dem Markt. Die günstigsten Modelle starten bei knapp 300 Euro, nach oben hin ist eine Menge Spielraum. BMW hat bereits im Februar den X2City gelauncht, den der Autohersteller in Kooperation mit Kettler entwickelt hat, der Preis liegt bei 2400 Euro. Die Reichweite der unterschiedlichen Modelle liegt meist zwischen 15 und 30 Kilometern.

Quelle: sueddeutsche.de, Christina Müller, 03.04.2019    

Foto: Floatility