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So kann Elektromobilität die Haushaltsstrompreise senken
15.07.2021

So kann Elektromobilität die Haushaltsstrompreise senken

Würden sich unsere Strompreise der Privathaushalte im Jahr 2030 ändern, wenn wir mehr Elektrofahrzeuge nutzen? Dieser Frage sind die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie (IEG) und das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) nachgegangen. Die Ergebnisse der Simulation zeigen einen interessanten Trend: Im Vergleich zu einem System ohne Elektromobilität könnten die Preise für Verbraucher im Jahr 2030 um rund 3,5 Prozent sinken. Laut der Studie wäre die Voraussetzung in Deutschland dafür eine Gesamtanzahl von 4 Mio. Elektrofahrzeugen und eine lokale Durchdringungsrate von 30% Elektrofahrzeugen am gesamten Bestand privater Pkw in einem Netzgebiet.

Judith Stute, Leiterin der Studie im Rahmen des Projekts LamA, forschte zum Einfluss der Elektromobilität auf die Belastungen in Stromverteilnetzen. Sie untersuchte auch den Bezug zu spezifischen Netzentgelten im Niederspannungsnetz: „Die Verbreitung privater Elektrofahrzeuge führt einerseits zu einer steigenden Stromnachfrage, andererseits aber auch zu einer Änderung der Struktur der Stromnachfrage. Das hat Auswirkungen auf die Konzeption der Energiesysteme und auf die Endverbraucherpreise für Strom“. Das Projekt „LamA – Laden am Arbeitsplatz“ ist vom Fraunhofer IAO geleitetes Projekt im Rahmen des Sofortprogramms „Saubere Luft 2017 - 2020“. Es wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert und läuft bis September 2022. Ziel ist der Aufbau einer Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge an 37 Standorten in Deutschland.

Der Einfluss von Akkukapazität und Lastmanagement auf die Haushaltsstrompreise

Für eine Senkung der Haushaltsstrompreise sind zwei Faktoren entscheidend: Zum einen spielt das Lastmanagement eine große Rolle, denn Ladevorgänge zu Hause finden oft zeitgleich mit einer hohen Haushaltslast statt, was Lastspitzen zur Folge hat. Durch das Verschieben von Ladevorgängen (beispielsweise in die Nachtstunden) und zeitlich gesteuertes Laden der Elektrofahrzeuge kann eine solche Lastkurve geglättet werden. Somit könnte auch der Bedarf für den Netzausbau minimiert werden.

Gemeinsam mit der zusätzlichen Stromnachfrage der Elektroautos, die die Netzauslastung verbessern, können die Netzentgelte sinken. Netzentgelte sind ein Bestandteil des Strompreises und vergleichbar mit einer Miete für die Nutzung des Stromnetzes. Die Verbrauchskurve würde somit geglättet, was eine effizientere Nutzung des Netzes zur Folge hätte. Somit würden schließlich auch die Beiträge pro verbrauchter Stromeinheit sinken.

Der zweite Faktor betrifft die Akkukapazität der Elektrofahrzeuge. Die Treibhausgasemissionen des Gesamtenergiesystems können gesenkt werden, indem die Akkukapazität der Fahrzeuge genutzt wird, um die volatile Energie aus erneuerbaren Quellen zu speichern und nutzbar zu machen. Infolgedessen würden die Beschaffungskosten im Strommarkt ebenfalls sinken.

Näheres zur Studie

Bei den Untersuchungen wurde das Energiesystem ganzheitlich betrachtet und besonderes Augenmerk auf Nachfrage, Verteilung und Angebot von Energie gelegt. Die Durchdringungsrate bis 2030 stellt dabei einen variablen Faktor dar. Somit wurde sowohl der Markthochlauf von Elektrofahrzeugen bis 2030, als auch die stündliche deutsche Gesamtstromnachfrage, die Auswirkungen auf den Kraftwerkeinsatz und schließlich auch der Einfluss auf Stromverteilnetz und Netzentgelte simuliert. Die Forschungsthese wurde gegen viele Abweichungen wie die Verteilung von Elektroautos, Erzeugungskosten, Netzauswirkungen und ebenfalls dem Aufbau des Verteilnetzes geprüft und erweist sich daher als sehr robust.

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Quelle: elektronikpraxis-vogel.de, Margit Kuther, 06.05.2021
Bild: Hans Rohmann auf Pixabay