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Akku-Boxenstopp für E-Autos
22.09.2021

Akku-Boxenstopp für E-Autos

Der Aufschwung an E-Auto-Neuzulassungen ist heutzutage deutlich zu erkennen, doch der Ausbau der Ladesäulen bleibt bisher auf der Strecke. Die Technologieberatung Capgemini warnt vor einer Lücke von 400.000 Ladestationen. Zu der Ladestationen-Lücke kommen zusätzliche lange Wartezeiten an den Stationen hinzu. Zudem steigt auch der politische Druck auf die Autoindustrie immens. In europäischen Metropolen wie Paris oder Amsterdam droht bereits ein Verbot für alle Autos mit Verbrennungsmotoren innerhalb der nächsten 10 Jahre. Sind Batteriewechselsysteme zukünftig die Lösung für diese Problematik?

In China fahren bereits 10.000 elektrische Taxen durch die Straßen, welche statt an eine Ladesäule, in eine Wechselstation fahren. In dieser Wechselstation wird daraufhin einfach die leere Batterie gegen eine neue getauscht und spart damit lange Wartezeiten beim Laden ein. Bereits alle sechs großen chinesischen E-Auto-Hersteller planen mindestens ein Auto mit Wechselbatterie ins Programm aufzunehmen. Auch der Ölkonzern Sinopec – als größter Tankstellenbetreiber Chinas – beabsichtigt, bei jeder dritten Tankstelle eine Wechselstation einzurichten. Darüber hinaus wurde die Technologie sogar in dem Fünfjahresplan der chinesischen Regierung berücksichtigt.

Europäische Start-ups fühlen sich inspiriert und wollen das System nun nach Europa bringen. Eine Testanlage für Wechselparkplätze wird bereits am Berliner Westhafen von dem deutsch-chinesischen Unternehmen Infra-Dianba betrieben. Parkt ein Auto auf dem Wechselparkplatz, so positioniert sich ein Roboterwagen durch Sensoren und Lichtwellen am richtigen Platz darunter. In unter einer Minute ist es derzeit möglich, die leere Batterie aus dem E-Auto herauszuziehen und die neue durch einen zweiten Roboter wieder einzubauen. Die technische Wechselzeit soll noch weiter, bis auf 20 Sekunden verkürzt werden, wodurch insgesamt eine Wechselzeit von unter 90 Sekunden angepeilt wird. Damit würde nur ein Zehntel der Ladezeit wie an den leistungsfähigsten Schnellladesäulen für den Wechsel anfallen.

Dieter Flämig, Professor für Nachhaltige Infrastruktur an der TU Berlin, gibt Leihbatteriesystemen eine Chance auf dem Markt. Die Welt wird immer schnelllebiger und lange Wartezeiten an der Ladesäule stellen einen echten Nachteil für den Verbraucher dar. Neben der Zeiteinsparung bewirkt das Entfallen des Schnellladens eine längere Lebensdauer des Akkus. Zudem müssen die Akkus nicht mitgekauft werden, stattdessen kann die Batterie geleast oder der Wechselservice abonniert werden. Das teuerste Bauteil würde demzufolge in der Anschaffung für den Verbraucher wegfallen.

Westliche Autobauer stehen dem Wandel noch skeptisch gegenüber, schließen ihn jedoch nicht gänzlich aus. Wenn sich ein Wechselsystem in jeder chinesischen Metropole etabliert, würden Taxis, Lieferdienste oder Carsharing-Flotten sowie Vielfahrer das schnelle Tauschen einfordern. Westlichen Autoherstellern würde es dann an Alternativen fehlen.


Quelle: WirtschaftsWoche 33/2021, S. 66, Stefan Hajek, 13.08.2021
Bild: Battery-Kutter