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Europa ist Wachstums-Weltmeister bei der Batterieproduktion
25.11.2020

Europa ist Wachstums-Weltmeister bei der Batterieproduktion

Energiespeichertechnologien, besonders Batteriespeicher, werden im Zuge der Energiewende immer bedeutsamer. Am Wirtschaftsstandort Deutschland könnten in der Lithium-Ionen-Batterieproduktion künftig tausende neue Jobs entstehen.

Lange hat Europa als Produktionsstandort für Batteriezellen nicht in der ersten Liga mitgespielt und die Entwicklung und Produktion von E-Auto-Batterien wurde von Asien dominiert. Doch Industrie und Politik wollen dies ändern und einer Abhängigkeit von den großen Playern aus China oder Südkorea weiter entgegenwirken. Technischer Fortschritt, günstige politische Rahmenbedingungen und ein vielversprechender Absatzmarkt führen gerade zu einer Trendwende, denn Europa entwickelt sich zu einem wichtigen Standort für die Produktion von elektrischen Energiespeichern.

Das Thema Batteriezellen für Elektroautos und deren Fertigung ist sehr vielschichtig. Einerseits wird proklamiert, dass die Asiaten einen riesigen technologischen Vorsprung hätten und Stromspeicher so günstig fertigen könnten, dass sich eine eigene europäische Zellfertigung nicht lohne. Dies war beispielsweise eine Begründung dafür, warum Bosch seinen eigenen Bemühungen in dieser Hinsicht 2018 eine Absage erteilte, das finanzielle Risiko schien zu groß.

Andererseits wird immer wieder die große Bedeutung der Batterien für die Elektromobilität betont. Selbst die Autohersteller nennen diese als wichtigsten Teil eines E-Fahrzeugs, nicht etwa Fahrwerk oder Motoren. Deshalb findet nun peu à peu ein Umdenken statt. Gemeinsam mit Firmen wie CATL, LG Chem oder Samsung und unterstützt von der Politik beginnt die europäische Autoindustrie, Zellfertigungen in Europa zu starten. Es kommt Bewegung in den Batteriezellen-Fertigungsstandort Europa und dies anscheinend noch rechtzeitig, bevor die Elektromobilität komplett hierzulande Einzug gehalten hat. Mittlerweile gibt es viele unterschiedliche Entwicklungen, auch an verschiedenen Standorten in Deutschland. Mehrere Produktionsanlagen sind in Europa und speziell in Deutschland bereits im Aufbau oder geplant, wie in Salzgitter, Kaiserslautern, Erfurt und Grünheide. In der gegenwärtigen Covid-19 Pandemie zeigt sich, dass Erneuerbare Energien und Energiespeichersysteme im Vergleich zu vielen anderen Industriezweigen durchaus krisenfest und zukunftssicher sind. Viele Investoren schichten ihre Investments auch bereits in Richtung dieser Industriezweige um. 

Die Batteriezellenproduktion ist eine Schlüsselfunktion für die vorgelagerten Wertschöpfungsstufen – im gesamten Bereich der erneuerbaren Energieversorgung, speziell bei E-Autos: Batteriezellen machen knapp 40 Prozent der Wertschöpfung in der Herstellung eines Elektrofahrzeugs aus. Bis 2030 wird sich der Anteil an der globalen Fertigung nach aktuellen Prognosen von momentan rund sechs Prozent auf 16 bis 25% erhöhen.

In Europa entstehen aktuell diverse Fabriken zur Batteriezellenproduktion: Nach Erkenntnissen von Benchmark Mineral Intelligence werden bis 2029 voraussichtlich Fertigungskapazitäten von über 300 Gigawattstunden (GWh) Batteriekapazität in Europa erreicht werden können. Die Metastudie „Batterien für Elektroautos: Faktencheck und Handlungsbedarf“ vom Fraunhofer ISI im Auftrag des VDMA sieht eine Produktionskapazität von 300 bis 400 GWh bereits bis 2025 erreicht, über 170 GWh Produktionsleistung entfällt dabei allein auf Deutschland. Momentan liegen in Europa Fertigungskapazitäten von ca. 30 GWh vor. Bis 2033 rechnet Fraunhofer ISI aufgrund von anzunehmenden Beschäftigungseffekten mit bis zu 155.000 Arbeitsplätzen im Zusammenhang mit der Batteriefertigung, z.B. auch in der Systemintegration und bei der Wartung der Anlagen.

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Quellen: elektronikpraxis-vogel.de, Michael Eckstein, 22.11.2020; auto-motor-und-sport.de, Thomas Harloff, 24.09.2020

Bild: Daimler AG