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Batteriehersteller im Fokus: Machtausbau gegenüber Autokonzernen
28.11.2018

Batteriehersteller im Fokus: Machtausbau gegenüber Autokonzernen

Die weltweit steigende Nachfrage nach Elektroautos - und damit auch nach Batteriezellen als wichtigsten Bestandteil eines jeden E-Autos - räumt den großen Zellherstellern eine ungewohnt starke Verhandlungsposition ein.

Der Boom nach Elektroautos startet gerade erst, aber bereits jetzt ist der Zellmarkt schon von einigen wenigen Unternehmen kontrolliert. Denn die Autobatterie macht im E-Auto mehr als ein Drittel der Wertschöpfung aus, so dass den Batteriezulieferern eine extrem hohe Bedeutung zukommt. So soll Audi von seinem Batteriezellenproduzent LG Chem aus Korea z.B. eine zehnprozentige Preiserhöhung erhalten haben. Betroffen sind aber auch weitere Automobilhersteller wie VW, Daimler, BMW o.ä.. 2017 wurden bereits Zellen mit einer Kapazität von 30 GWh verbaut, dies ist so viel wie in den letzten fünf Jahren davor kumuliert und die Nachfrage steigt weiter rasant an. Ehemals kleine Zulieferunternehmen sind daher zu wichtigen Playern herangewachsen, wie z.B. SK Innovation aus Korea, aber auch Lishen, BYD und CATL aus China. Zusammen mit den bekannten Zellherstellern wie Panasonic, LG Chem und Samsung SDI kommt an diesem Pool an Zulieferern zukünftig kein Elektroautohersteller vorbei.

Für Zellhersteller ist das Geschäft äußerst riskant, die Rohstoffpreise für Lithium und Kobalt sind extrem gestiegen, denn v.a. die Automobilindustrie verlangt nach Lithium-Ionen-Akkus. Produktionskapazitäten müssen massiv erhöht werden, Investitionen in Milliardenhöhe getätigt werden. Problematisch ist jedoch für viele Zellproduzenten, dass ihre Verträge mit Automobilherstellern in der Regel eine mehrjährige Laufzeit haben, und die Preise noch vor ein paar Jahren deutlich niedriger gehalten werden mussten, um überhaupt Akkus an den Mann zu bringen – der Sprung in die schwarzen Zahlen ist also trotz mittlerweile hoher Umsätze noch lange nicht gewährleistet.

Volkswagen hat angekündigt, eng mit dem Zellhersteller SK Innovation aus Korea zusammenzuarbeiten, es sollen zwei Zellfabriken entstehen, eine davon in Deutschland, so wird spekuliert. Weltweit sind derzeit gut 40 große Fabriken für Lithium-Ionen-Zellen im Bau, die meisten entstehen im asiatischen Raum.

Anfang 2018 kaufte Chinas größter Batteriehersteller CATL 90 Prozent des kanadischen Lithium-Produzenten NA Lithium. Denn neben Preiserhöhungen bei den Automobilherstellern führt der zweite Weg der Kosteneinsparung für Batterieanbieter über den Einstieg in die Lieferkette, um somit den massiven Schwankungen der Rohstoffpreise entgegenzuwirken. Nicht nur Lithium, auch andere Rohstoffe sind betroffen: so kauften sich Panasonic, LG Chem und SK Innovation bei Lithium-, Kobalt- und Nickelherstellern ein. Die Macht der asiatischen Batteriehersteller gegenüber der europäischen Automobilindustrie steigt weiter. Nach Einschätzung eines Automobilexperten von Roland Berger, Wolfgang Bernhart, ziehen diese hohen Investitionen eine weitere Verkleinerung des Marktes nach sich, und erschweren kleineren Unternehmen zunehmend den Markteinstieg.

Quelle: Handelsblatt Online, Kathrin Witsch, 06.11.2018

Foto:shutterstock